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Deka Konjunktur-Kommentar
Deutsche Unternehmen sind skeptischer als Finanzmarktanalysten
Der Konjunkturkommentar von Dr. Ulrich Kater*
Das deutsche ifo Geschäftsklima kann sich im September entgegen der Erwartungen nicht verbessern. Die Stimmung der deutschen Unternehmen sinkt zum fünften Mal in Folge auf 101,4 Punkte.
Dabei beurteilen die Unternehmen sowohl die Geschäftslage als auch die Zukunftsperspektiven skeptischer. Somit signalisiert der ifo Index eine Abschwungsphase, wenn auch noch keine ausgeprägte Rezession.
Schwache Entwicklung dämpft Zukunftserwartungen
Der Rückgang der Lagebeurteilung ist erwartet worden und spiegelt die gegenwärtige schwächere konjunkturelle Entwicklung wider. Die eigentliche Überraschung ist aber der Rückgang der Geschäftserwartungen. Denn nach der jüngsten Veröffentlichung des Ankaufsprogramms für Staatsanleihen durch die Europäische Zentralbank (EZB) und nach der Ankündigung des dritten Programms zur quantitativen Lockerung durch die US-Notenbank Fed machten die Stimmungsindikatoren der Finanzmarktanalysten (ZEW, sentix) einen Sprung nach oben. Von dieser Euphorie der Finanzmarktanalysten haben sich die Unternehmen jedoch nicht anstecken lassen. Entweder rechnen sie nicht mit großen Auswirkungen dieser Maßnahmen oder – was wahrscheinlicher ist – die gegenwärtige schwache Entwicklung in den Unternehmen dämpft die Zukunftserwartungen.
Bezeichnenderweise begannen die Meldungen der Unternehmen sich seit Juli mehr und mehr einzutrüben. Jüngste Negativmeldungen kamen von den deutschen Premium-Automobilherstellern, die bislang noch gut durch die europäische Schuldenkrise gekommen waren. Inzwischen berichtet aber beispielsweise Porsche, dass die Absatzmärkte sich weltweit tendenziell im Rückwärtsgang befänden und deshalb die Kosten gesenkt und Investitionsprojekte verschoben werden sollen.
Und woran liegt das?
Die Ursachen liegen nicht nur in der europäischen Schuldenkrise, die schon lange schwelt. Die entscheidende Verschlechterung kam vom Rest der Welt. Die konjunkturelle Entwicklung in den Wachstumsmärkten hat sich zunehmend eingetrübt. So berichtete der schwäbische Maschinenbauer Trumpf Mitte Juli, dass das Unternehmen wie bereits im letzten Geschäftsjahr unter der Schuldenkrise in Südeuropa leide und nun auch das langsamere Wachstum in China spüre. Alles in allem deutet die aktuelle ifo-Umfrage darauf hin, dass mit den neuen Rettungsmaßnahmen der Zentralbanken nicht alle Probleme schlagartig gelöst sind. Letztlich kann die die europäische Schuldenkrise nicht in Frankfurt gelöst werden, das wird in Athen, Lissabon, Dublin, Madrid und Rom geschehen müssen.
Für Deutschland deuten die ifo Geschäftserwartungen derzeit eine leichte Schrumpfung der Wirtschaftsleistung im zweiten Halbjahr an, zumindest aber einen Balanceakt auf der Nulllinie.
* Der Autor, Dr. Ulrich Kater, ist Chefvolkswirt der DekaBank
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