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Internationaler Frauentag

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Finanzielle Unabhängigkeit

So viel vorab: Es wäre falsch zu glauben, dass Männer besser mit Geld umgingen. Frauen interessieren sich (leider) nur weniger dafür. Richtig ist aber, dass sie sich eher gezielter informieren und ihr Geld beständiger  anlegen. Und dennoch: Frauen verlassen sich in Sachen Finanzen und Vermögen auch heute noch oft auf ihre Männer.

Wird es nicht höchste Zeit, finanziell unabhängig zu  handeln?

Faktencheck: Frauen bekommen weniger

Dass Frauen im Schnitt weniger verdienen als Männer ist allgemein bekannt. Für 2017 hat das Statistische Bundesamt ermittelt, dass die Differenz des  sogenannten allgemeinen Gender Pay Gaps weiterhin bei 21 Prozent liegt*. Damit sind wir übrigens eines der Schlusslichter in der EU.

Knapp drei Viertel der Gründe für diesen Sachverhalt lassen sich anhand struktureller Unterschiede erklären: Frauen arbeiten häufiger als Männer in Teilzeit oder sind eher geringfügig beschäftigt. Sie arbeiten oft in schlechter bezahlten Branchen und steigen seltener als Führungskraft auf oder ein. Doch auch mit einer  vergleichbaren Qualifikation oder bei einer vergleichbaren Tätigkeit verdienen Frauen in Deutschland immer noch etwa sechs Prozent weniger als Männer.

Besonders gravierend wirkt sich dieser Gender Pay Gap auf die Altersvorsorge aus. Die Rechnung ist ganz einfach: Wer mehr verdient, zahlt mehr in die gesetzliche Rentenversicherung ein und erhält im Ruhestand eine höhere Rente. Aktuell liegt die Rentenlücke, der sogenannte Renten-Gap (auch Gender Pension Gap), zwischen Männern und Frauen bei etwa 53 Prozent. Das heißt, das Alterseinkommen der Männer ist doppelt so hoch wie das der Frauen.

Dazu kommt eine weitere Tatsache: Frauen leben gute vier Jahre länger als Männer. Längeres Leben bedeutet gleichzeitig eine längere Zeit im Ruhestand. Aktuell sind das im Schnitt 20 Jahre, Tendenz steigend. Nach den Prognosen des Statistischen Bundesamts kommen beispielsweise auf den Jahrgang 1983 rund 23 Jahre Ruhestand zu – ausgehend davon, dass dieser 2050 beginnt**.

Finanziell unabhängig? Es gibt gute Gründe!

Neben gesellschaftlichen Fakten sind es oft auch persönliche Ereignisse, die Frauen in eine finanzielle Notlage bringen können: zum Beispiel Scheidung, Krankheit, Tod oder Pflegebedürftigkeit des Partners. Finanzexperten erleben, dass viele Frauen auch heute noch die Vermögensplanung ihren Männern überlassen.

Auf die Frage der Initiative „7 Jahre länger“, ob Frauen nicht selbst schuld seien, wenn ihnen Altersarmut oder Vermögensverluste drohen, antwortet die bekannte Finanzexpertin Helma Sick: „Ja, das Thema ist bei vielen Frauen hausgemacht. (...) Das Problem, das ich sehe, betrifft vorrangig gut ausgebildete Frauen, die sich nach Studium oder qualifizierter Ausbildung freiwillig für viele Jahre ganz auf die Familie konzentrieren (...). Viele Frauen stellen die Weichen in ihrem Leben falsch – und wissen oft gar nicht, dass sie einmal von Altersarmut betroffen sein werden.“

Selbst wenn offensichtlich Vermögen da ist, zum Beispiel in Form von Immobilien oder anderen Kapitalanlagen, kommt es häufig vor, dass der Partner sich um Absicherung und Vorsorge kümmert. Die Frau ist selten bis gar nicht involviert.

Aus ihren Erfahrungen berichtet Stefanie Schmidt, Leiterin Private Banking der Region Rhein-Lahn bei der Naspa: „Bei vielen Paaren tauchen große Fragezeichen auf, wenn ich sie frage, was passiert, wenn der Hauptverdiener – meistens ist das der Mann – morgen nicht mehr da ist. Oder: Wie ist das Vermögen ausgerichtet, wenn Zahlungen beispielsweise für Erbschaftssteuer fällig werden? Wie werden die laufenden Verbindlichkeiten und Lebenshaltungskosten gedeckt? Hier kann es schnell zu einem großen Gap von verfügbaren liquiden Mitteln und weiterlaufenden oder neu anstehenden Ausgaben kommen. Was jedoch nicht heißt, sich jetzt aus Angst heraus von Kapitalanlagen zu trennen und das Geld auf dem Tagesgeldkonto zu parken – für den Fall der Fälle. Denn nach wie vor ist die Auswirkung der aktuellen Zinslage vor allem im Liquiditätsbereich eher für einen realen Geldwertverlust verantwortlich.“

Wichtig sei deshalb, dass Paare die Themen Vermögensaufstellung, Liquidität und Risikoabsicherung gemeinsam besprechen. Leider würden noch zu oft private wie berufliche Lebensumstände und Veränderungen unterschätzt. „Hier sollte sich auch ‚frauʻ nicht scheuen, einen Experten mit ins Boot zu holen. Im gemeinsamen Gespräch mit dem persönlichen Private Banking-Berater können Risiken und deren finanzielle Auswirkungen in einem individuellen Finanzplan berücksichtigt werden“, ergänzt Stefanie Schmidt.

Tipps zur finanziellen Emanzipation

Ob mit oder ohne Partner: Haben Sie als Frau mehr Mut, Ihre Finanzen selbst in die Hand zu nehmen und sichern Sie sich finanzielle Freiräume, besonders auch im Hinblick auf Ihren wohlverdienten Ruhestand, den Sie sicherlich genießen möchten. Setzen Sie sich mit den wesentlichen Fragen auseinander, die unmittelbaren Einfluss auf Ihre Lebensumstände haben können – denn Finanzplanung ist auch Lebensplanung.

Lebensrisiken absichern: Was, wenn ich wegen einer Krankheit nicht mehr in meinem Beruf arbeiten kann? Wie sind Kinder und Familie abgesichert, wenn mir oder aber meinem Partner etwas zustoßen sollte? Welche Versicherungen brauche ich, welche braucht die Familie wirklich?

Für den Ruhestand vorsorgen: Kann ich mit dem bestehenden Gesamtvermögen auch im Ruhestand sicher und sorgenfrei leben? Welche Fördermaßnahmen gibt es?

Vermögen optimieren: Ist mein Vermögens- und Immobilienportfolio optimal ausgerichtet? Gibt es verborgene Risiken? Welche Renditen kann ich mit meinen Vermögensanlagen erzielen? Wie kann ich das Verhältnis von Rendite und Risiko optimieren?

„Ich traue mich, alles auszuprobieren“, sagt die Schriftstellerin Joanne K. Rowling. Warum nicht auch Sie?

Basierend auf Ihren aktuellen Lebensumständen analysiert Ihre Private Banking-Beraterin oder Ihr Private Banking-Berater Ihre aktuelle Vermögensstruktur. Gemeinsam definieren Sie nach Ihren individuellen Wünschen und Zielsetzungen die ideale Risikoabsicherung, eine passende Vorsorgestrategie sowie ein optimiertes Vermögensportfolio.

 * Statistisches Bundesamt / Verdienste & Verdienstunterschiede / www.destatis.de/DE/ZahlenFakten/GesamtwirtschaftUmwelt/VerdiensteArbeitskosten/VerdiensteVerdienstunterschiede/VerdiensteVerdienstunterschiede.html, Abruf Dez. 2018
** Statistisches Bundesamt / Neugeborene haben hohe Chancen älter als 90 Jahre zu werden / www.destatis.de/DE/PresseService/Presse/Pressemitteilungen/2017/06/PD17_212_12621.html, Abruf Dez. 18

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