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Frauen und Finanzen

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Finanzielle Unabhängigkeit

Exzellente Abi-Noten, exzellente Ausbildungs- und Studien-Abschlüsse, exzellente Mitarbeiterinnen oder Chefinnen – gar nicht zu reden von ihren Leistungen für die Familie. Vor Finanzentscheidungen respektive Vermögensaufbau und Risikoabsicherung hingegen, scheuen sich Frauen häufig und überlassen das lieber „dem Mann“. Dabei belegen die Fakten, wie wichtig es für Frauen ist, das Thema Finanzen selbst in die Hand zu nehmen.

Schon vor 150 Jahren bemerkte August Bebel: „Die Frau muss ökonomisch unabhängig sein, um es körperlich und geistig zu sein, damit sie nicht mehr von der Gnade und dem Wohlwollen des anderen Geschlechts abhängig ist.“ So fortschrittlich für jene Zeit, umso bedauerlicher, dass dies selbst im 21. Jahrhundert noch nicht selbstverständlich ist.

„Wenn es um die Frage geht, was passieren würde, wenn das Einkommen des Hauptverdieners – und das ist meist der Mann – wegfällt, sehe ich die großen Fragezeichen bei Paaren oft ganz deutlich. Für viele Frauen sind Karriere und Familie zentrale Lebensthemen. Die Aufstellung des Vermögens und die Absicherung von Risiken geben sie lieber ab“, erzählt Martin Stolper, Leiter Private Banking der Region Idstein/Taunusstein bei der Naspa, und ergänzt: „Paare sollten Finanzthemen gemeinsam besprechen. Wir möchten Frauen – ob mit oder ohne Partner – Mut machen, uns Beratern ruhig mehr Fragen zu stellen, egal wie komplex sie sind oder scheinen. Wir erleben es nämlich auch, dass Frauen, wenn sie ihre Anlagestrategie gefunden haben, nicht seltener erfolgreich sind als Männer, im Gegenteil. Gerade in volatilen Marktphasen zeigen sie einen längeren Atem und behalten eher die Nerven, wie Studien gezeigt haben.“

Finanziell unabhängig? Es gibt gute Gründe!

Besonders im Hinblick auf den Ruhestand machen die gesellschaftlichen Gegebenheiten deutlich, wie wichtig es für Frauen ist, die Vermögensplanung und -vorsorge im Blick zu haben. Sie sind es, die sich trotz guter Ausbildung mehrheitlich um die Familie kümmern und deshalb einige Jahre im Berufsleben aussetzen. Steigen sie später wieder in ihr Berufsleben ein, arbeiten sie oft nur in Teilzeit. Das heißt, sie zahlen auch nur „Teilzeit“ in die gesetzliche Rentenversicherung ein. Für den Ruhestand bedeutet das leider auch: „Teilzeit-Rente“. Etwa ab dem 35. Lebensjahr (meist mit Beginn der Familienplanung) vergrößert sich diese Rentenlücke kontinuierlich bis zum Renteneintritt auf fast 30 Prozent*. Dazu kommt eine weitere Tatsache: Frauen leben gut vier Jahre länger als Männer. Längeres Leben bedeutet gleichzeitig eine längere Zeit im wohlverdienten Ruhestand. Aktuell sind das im Schnitt 20 Jahre, Tendenz steigend.

Ein zusätzlicher Fakt: Frauen arbeiten häufiger in schlechter bezahlten Branchen und steigen noch immer seltener als Führungskraft auf oder ein. Doch auch mit einer vergleichbaren Qualifikation oder bei einer vergleichbaren Tätigkeit verdienen Frauen in Deutschland etwa sechs Prozent weniger als Männer. Für 2019 hat das Statistische Bundesamt ermittelt, dass die Differenz des sogenannten Gender-Pay-Gaps bei rund 19 Prozent liegt**. Mit jedem neu in die Rente eintretenden Jahrgang wird der Renten-Gap zwar etwas kleiner, was unter anderem darauf zurückzuführen ist, dass es die „klassische Hausfrau“ ganz ohne Beruf und Arbeit immer seltener gibt. Doch auch jüngere Frauen werden im Durchschnitt weniger Rente als ihre männlichen Altersgenossen erhalten.

Neben gesellschaftlichen Faktoren können auch persönliche Ereignisse Frauen in eine finanzielle Notlage bringen: zum Beispiel Scheidung, Krankheit, Tod oder Pflegebedürftigkeit des Partners oder eines Angehörigen.  

Vermögensstruktur mit dem 360-Grad-Blick planen

Selbst wenn Vermögen da ist (und gerade bei größerem Vermögen steigt meist auch die Komplexität), ist es wichtig, dass sich „frau“ mit wesentlichen Fragen zum Gesamtvermögen auseinandersetzt, die unmittelbaren Einfluss auf gewisse Lebensumstände haben können – denn Finanzplanung ist auch Lebensplanung.

Fragen und Überlegungen können beispielsweise folgende sein:

Lebensrisiken: Was, wenn ich wegen einer Krankheit nicht mehr in meinem Beruf arbeiten kann? Wie sind Kinder und Familie abgesichert, wenn mir oder meinem Partner etwas zustoßen sollte? Welche Versicherungen brauche ich, welche braucht die Familie wirklich (Lesetipp: „Biometrische Risiken bei Frauen“)

Ruhestandsplanung: Kann ich mit dem bestehenden liquiden Vermögen auch im Ruhestand sicher und sorgenfrei leben oder muss ich ggf. Immobilien oder andere Vermögenswerte (teilweise) liquidieren? Welcher Liquiditätsbedarf besteht im Ruhestand, welche Risiken wie die oben genannten typischen „Frauen-Gaps“ sollten berücksichtigt werden?

Vermögensoptimierung: Ist mein Vermögens- und Immobilienportfolio optimal ausgerichtet? Gibt es verborgene Risiken? Welche Renditen kann ich mit meinen Vermögensanlagen unter Berücksichtigung von steuerlichen Aspekten und inflationären Tendenzen erzielen? Wie soll das Vermögen strukturiert, die Vermögensallokation ausgerichtet sein, damit später das benötigte Kapital verfügbar ist? Genügt die heute bewohnte Immobilie möglichen späteren Ansprüchen? Wie kann ich das Verhältnis von Rendite und Risiko optimieren?

Vermögensnachfolge: Gibt es Vermögenswerte, die ich verschenken möchte? Habe ich ein aktuelles Testament und sind hier all meine Wünsche berücksichtigt? Wer soll was erben? Welche steuerlichen Schenkungs- und Freibeträge sind zu berücksichtigen?
(Lesetipp: „Verschenken und vererben“)  

Vorkehrungen für den Notfall:

Habe ich eine Patientenverfügung? Wer hat die Verfügungsgewalt über meine Finanzen, wenn ich nicht in der Lage bin, mich darum zu kümmern? Welche Vollmachten und Verfügungen sind sinnvoll? Wer kümmert sich um mein Kind, wenn mir etwas zustoßen sollte? (Lesetipp: „Ratgeber: Patientenverfügung“ und Ratgeber: „Vorsorgevollmacht“)

Scheuen Sie sich bitte nicht, Ihre Private Banking-Beraterin oder ihren -Berater mit ins Boot zu holen und all die für Sie relevanten Fragen zu stellen. Basierend auf Ihren aktuellen Lebensumständen analysiert Ihre Private Banking-Beraterin oder Ihr Private Banking-Berater Ihre aktuelle Vermögensstruktur. Gemeinsam entwickeln wir mit Ihnen eine Vorsorge- und Vermögensstrategie, die ganz nach Ihren individuellen Wünschen und Zielen ausgerichtet ist. Bei Wunsch oder Bedarf beziehen wir Ihren Rechtsanwalt oder Steuerberater mit ein.

Quellen:
* Universität Mannheim, Tilburg University Studie: Höhe der geschlechts-spezifischen Rentenlücke https://www.uni-mannheim.de/newsroom/presse/pressemitteilungen/2019/september/gleicher-job-weniger-rente-frauen-erhalten-26-prozent-weniger-gesetzliche-rente-als-maenner/, Abruf 02/2021

** Statistisches Bundesamt, Gender-Pay-Gap: destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2020/12/PD20_484_621.html, Abruf 02/21


08.03.2021

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