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Unsere Sicht auf die Märkte und Anlageklassen

Wirtschaftliches und zinspolitisches Umfeld

Stand: 21.06.2022

Unsere Sicht auf die Märkte und Anlageklassen

Wirtschaftliches und zinspolitisches Umfeld

Stand: 21.06.2022

Konjunktur

Europa

  • Der Krieg in der Ukraine belastet die europäische Wirtschaft mit steigenden Energie- und Rohstoffpreisen.
  • Mit den Rücknahmen der Corona-Lockdowns in China könnten sich die Lieferkettenprobleme entspannen.
  • Die Einbußen im Realeinkommen wegen der hohen Inflation belasten das Konsumverhalten der Verbraucher.
  • Die in Erwartung der Straffung der EZB-Geldpolitik gestiegenen Zinsen erschweren Investitionen der Firmen.
  • Die EZB-Volkswirte senkten die Prognosen für das BiP-Wachstum der Eurozone in 2022 von 3,7% auf 2,8%.

USA

  • Die steigenden Hypothekenzinsen belasten zunehmend die Umsätze am US-Wohnimmobilienmarkt.
  • Der letzte Arbeitsmarktbericht zeigt eine Vollbeschäftigung und die derzeit robuste Verfassung der Wirtschaft.
  • Die sehr hohe Inflation drückt die Verbraucherstimmung auf das niedrigste Niveau seit etwa Mitte 1980.
  • Die Volkswirte der US-Notenbank senkten ihre Prognosen für das BIP-Wachstum in diesem Jahr auf 1,7%.
  • Analysten sehen wegen der drastischen Zinsanhebungen der Fed Rezessionsrisiken für das kommende Jahr.

Notenbankpolitik (Zinsentwicklung)

EZB

  • Mit einer starken Verteuerung der Energie- und Lebensmittelpreise ist die Inflationsrate auf 8,1% gestiegen.
  • Die Netto-Anleihenkäufe sollen gemäß der jüngsten EZB-Ratssitzung Ende Juni 2022 gestoppt werden.
  • Wegen der hohen Verbraucherpreise sieht die EZB mehrere Leitzinsanhebungen ab Juli in Höhe von je 0,25% vor.
  • Die EZB plant bei der Reinvestition fälliger Anleihen hoch verschuldete Staaten der Eurozone zu unterstützen.
  • Zu starke Maßnahmen der EZB zur Senkung der Inflationsrate könnten das Wirtschaftswachstum gefährden.


Fed

  • Die Entwicklung des Arbeitsmarkts ist sehr zufriedenstellend. Die Fed hat ihr Ziel der Vollbeschäftigung erreicht.
  • Die weiter auf 8,6% gestiegene Inflationsrate drängte die Fed zuletzt zu einem extremen Zinsschritt von 0,75%.
  • Bis Jahresende wird ein Anstieg der US-Leitzinsen von aktuell 1,75% auf 3,25 % bis 3,50 % erwartet.
  • Die US-Notenbank demonstriert ein energisches Vorgehen gegen die inzwischen sehr hohen Verbraucherpreise


Anlageklassen    

Renten

  • Im Zuge der Straffung der Geldpolitik durch die Notenbanken sind die Anleiherenditen deutlich angestiegen.
  • Die geldpolitischen Maßnahmen der EZB führen vor allem bei kurzen Laufzeiten zu höheren Renditen.
  • Die Zinsstrukturkurve ist mit den Zinsanstiegen bei kurz- und mittlfristigen Anleihen deutlich flacher.
  • Aufgrund der wirtschaftlichen Unsicherheiten bleiben die Risikoaufschläge bonitätsschwacher Anleihen hoch.
  • Trotz gestiegener Renditen bleibt die Realverzinsung angesichts der Inflationsrate von 8,1% stark negativ.

Fazit: Die hohen Inflationsraten drängen die führenden Notenbanken immer stärker zur Straffung ihrer Geldpolitik, um ihre Aufgabe der Wahrung der Preisstabilität zu erfüllen. Die Maßnahmen der Fed und EZB haben bei Anleihen, insbesondere mit mittleren- bis langen Laufzeiten, zu kräftigen Renditeanstiegen geführt.

 

Aktien

  • Mit weiteren Reduzierungen der Energieversorgung durch Russland steigen die Risiken für den Aktienmarkt.
  • Anleger tendieren angesichts der Marktrisiken zu soliden Aktienwerten mit einem stabilen Geschäftsmodell.
  • Die Stimmungsindikatoren der Unternehmen deuten noch immer auf ein Anhalten des Wachstums hin.
  • Analysten befürchten wegen steigender Zinsen und der hohen Inflation negative Folgen für die Firmengewinne.
  • Die kräftig gestiegenen Renditen der Anleihen stellen inzwischen wieder eine Alternative zu Aktienanlagen dar.

Fazit: Die Unsicherheiten bezüglich der Material- und Lieferengpässe, weiter steigende Verbraucherpreise, ein möglicher Lieferstopp von russischem Öl und Gas sowie die kräftig steigenden Zinsen lassen die Investoren zurückhaltend agieren und führen zu erhöhten Kursschwankungen an den Aktienmärkten.

Rohstoffe

  • Die Preise der Industriemetalle sollten bei anhaltend starker Nachfrage zukünftig auf hohem Niveau verbleiben.
  • Der Ölpreis könnte durch die Abschwächung der Wirtschaft und eine höhere Förderung in Saudi-Arabien fallen.
  • Der Goldpreis stagnierte aufgrund einer geringeren Schmucknachfrage und den attraktiveren USD-Zinsen.

Fazit: Die erwartete Abschwächung der Konjunktur führt zu einer geringeren Nachfrage nach Energie und Rohstoffen und damit zu einer Stabilisierung der Preise. Zudem beabsichtigt Saudi-Arabien eine Erhöhung der Ölförderung. USD-Anleihen bieten eine bessere Alternative zu Gold für sicherheitsorientierte Anleger.


Immobilien  

  • Aufgrund inflationsindexierter Mietverträge bleiben Sachwertinvestitionen in Immobilien interessant.
  • Die gestiegenen Finanzierungskosten sollten sich zukünftig negativ auf die Immobilienpreise auswirken.
  • Einzelhandel, Hotels und Gastronomie profitieren vom weitgehenden Wegfall der Corona-Beschränkungen.

Fazit: Insgesamt bleibt die Lage am Immobilienmarkt aufgrund der geringen Finanzierungskosten stabil.


Disclaimer
Die Publikation ist mit größter Sorgfalt bearbeitet worden. Sie enthält jedoch lediglich unverbindliche Analysen und Prognosen zu den gegenwärtigen und zukünftigen Marktverhältnissen. Die Angaben beruhen auf Quellen, die wir für zuverlässig hallten, für deren Richtigkeit, Vollständigkeit oder Aktualität wir aber keine Gewähr übernehmen können. Sämtliche in dieser Publikation getroffene Angaben dienen der Information.

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