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Unsere Sicht auf die Märkte und Anlageklassen

Wirtschaftliches und zinspolitisches Umfeld

Stand: 22.06.2020

Unsere Sicht auf die Märkte und Anlageklassen

Wirtschaftliches und zinspolitisches Umfeld

Stand: 22.06.2020

Konjunktur

Europa

  • Analysten und Investoren schätzen die Lage sowie die Aussicht der Firmen besser ein.
  • Die Wirtschaftsdaten aus dem April fielen erwartungsgemäß sehr schwach aus.
  • Die EU-Kommission hat ein Corona-Hilfsprogramm in Höhe von 750 Mrd. € vorgeschlagen.
  • Nach festgefahrenen Verhandlungen der EU mit den Briten droht ein ungeregelter Brexit.

USA

  • Die Arbeitslosenquote fiel im Mai von 14,7 % überraschend auf 13,3 % an.
  • Der starke Anstieg der Einzelhandelsumsätze im Mai weist auf eine Konsumerholung hin.
  • Der durch US-Präsident Trump entfachte Handelsstreit mit China belastet die Stimmung.
  • Fed-Chef Powell sieht eine signifikante Unsicherheit bzgl. der Stärke der Wirtschaftserholung.

Notenbankpolitik (Zinsentwicklung)

EZB

  • Günstige langfristige Refinanzierungsgeschäfte sollen die Liquidität der Banken sichern.
  • Die EZB geht im zweiten Quartal von einem starken Konjunkturabsprung im Euroraum aus.
  • Das laufende Anleihenkaufprogramm wurde deutlich erhöht und bis Juni 2021 verlängert.
  • Das Urteil des BVerfG zur Verhältnismäßigkeit der EZB-Anleihenkäufe wird entschärft.
  • Die Inflationsrate stieg im Mai nur um 0,1% und liegt damit weit unter dem EZB-Ziel.


Fed

  • Zur Stützung der Wirtschaft soll die volle Bandbreite der Geldpolitik genutzt werden.
  • Angesichts der Rezession beabsichtigt die Fed die Leitzinsen auf Jahre nahe 0 % zu belassen.
  • Die Bedingungen des Kreditprogramms wurden für kleinere und mittlere Firmen gelockert.
  • Das bestehende Anleihenkaufprogramm soll um US-Firmenanleihen erweitert werden.


Anlageklassen    

Renten

  • Die deutlich ansteigenden Schulden zur Finanzierung der Krise sind sehr kritisch zu sehen.
  • Die starke Ausweitung der EZB-Anleihenkäufe deckt den hohen Kapitalbedarf des Marktes.
  • Die erleichterte Kreditaufnahme der Unternehmen und Haushalte wirkt zinssenkend.
  • Zur Finanzierbarkeit der hohen Verschuldung halten die Notenbanken die Zinsen niedrig.

Fazit: Das hohe Liquiditätsangebot der Staaten und Notenbanken verhindert trotz der wachsenden Verschuldung steigende Renditen. Wir rechen mit anhaltenden Niedrigzinsen.     


Aktien

  • Die Furcht vor einer zweiten Corona-Ansteckungswelle lässt Anleger zurückhaltend agieren.
  • Die negativen Meldungen zur Wirtschaftsentwicklung und den Unternehmen halten an.
    Aktien werden durch hohe Liquiditätsbereitstellung der Staaten und Notenbanken gestützt.
  • Die Aktienbewertungen sind aufgrund gesenkter Gewinnprognosen sehr teuer geworden.
  • Angesichts fehlender Anlagealternativen halten sich die Aktienmärkte noch relativ stabil.

Fazit: Die Wirtschaftsdaten bleiben angesichts der massiven konjunkturellen Folgen der Corona-Krise sehr schwach. Auch wenn sich erste positive Anzeichen im Konsum und Arbeitsmarkt zeigen, bleibt das Korrekturrisiko im Falle einer zweiten Infektionswelle.

Rohstoffe

  • Die Preise für Industriemetalle konnten ihre Verluste aus dem März nahezu ausgleichen.
  • Die Förderkürzungen der OPEC verhalfen den Ölpreis wieder über 40 USD pro Barrel.
  • Der Goldpreis ist in seiner Funktion als "sicherer Hafen" für Investoren deutlich gestiegen.

Fazit: Die Euphorie hinsichtlich einer schnellen Erholung der globalen Wirtschaft wirkte sich positiv auf die Rohstoffpreise aus. Es besteht jedoch Enttäuschungspotenzial.

Immobilien  

  • Geringe Finanzierungskosten unterstützen die Immobilienpreise.
  • Positive Homeoffice-Erfahrungen könnten die Nachfrage nach Büroflächen senken.
  • Ertragseinbrüche im Einzelhandel, Hotel- und Gastronomiegewerbe führen zu Mietausfällen.

Fazit: Insgesamt sollte die Lage an den Immobilienmärkten relativ stabil bleiben.


Disclaimer
Die Publikation ist mit größter Sorgfalt bearbeitet worden. Sie enthält jedoch lediglich unverbindliche Analysen und Prognosen zu den gegenwärtigen und zukünftigen Marktverhältnissen. Die Angaben beruhen auf Quellen, die wir für zuverlässig hallten, für deren Richtigkeit, Vollständigkeit oder Aktualität wir aber keine Gewähr übernehmen können. Sämtliche in dieser Publikation getroffene Angaben dienen der Information.

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