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Unsere Sicht auf die Märkte und Anlageklassen

Wirtschaftliches und zinspolitisches Umfeld

Stand: 18.10.2021

Unsere Sicht auf die Märkte und Anlageklassen

Wirtschaftliches und zinspolitisches Umfeld

Stand: 18.10.2021

Konjunktur

Europa

  • Die Konjunkturerwartungen für die Eurozone deuten auf eine Abschwächung der Wachstumsdynamik hin.
  • Die bestehenden Lieferengpässe könnten das verarbeitende Gewerbe noch einige Zeit spürbar belasten.
  • Die Auftragslage übersteigt die Produktion deutlich und wird zukünftig für gefüllte Auftragsbücher sorgen.
  • Die kräftig steigenden Energiekosten verlangsamen aufgrund stark erhöhter Erzeugerpreise das Wachstum.
  • Die EU-Kommission erwartet für die EU ein BIP-Wachstum für 2021 von 4,8% und für 2022 von 4,5%.

USA

  • Den USA wird in diesem Jahr weiterhin ein starkes Konjunkturwachstum von über 5,5% zugetraut.
  • Präsident Joe Biden stößt mit der Umsetzung seiner Wirtschaftspolitik jedoch zunehmend auf Widerstand.
  • Die Entwicklung am Arbeitsmarkt bleibt hinter den optimistischen Erwartungen der US-Regierung zurück.
  • Zwischen den USA und China fanden erste Gespräche zur Verbesserung der Handelsbeziehungen statt.
  • Der Einkaufsmanagerindex ISM für das verarbeitende Gewerbe zeigt einen starken Optimisus in US-Firmen.

Notenbankpolitik (Zinsentwicklung)

EZB

  • Günstige EZB-Refinanzierungsangebote befähigen Banken, die erhöhte Kreditnachfrage zu erfüllen.
  • Mit der auf 3,4 % gestiegenen Inflationsrate wird die expansive EZB-Geldpoltik immer mehr in Frage gestellt.
  • Die EZB-Führung sieht die Gefahr dauerhaft höherer Verbraucherpreise über mögliche Lohnerhöhungen.
  • In den kommenden EZB-Zinssitzungen werden Aussagen zur Zukunft des Anleihenkaufprogramm erwartet.
  • Im Zuge ihres neuen Strategieprozesses hatte die EZB ihr Inflationsziel bereits auf 2 % leicht angehoben.


Fed

  • Die gestiegenen Stundenlöhne am Arbeitsmarkt erhöhen den Inflationsdruck auf die Fed.
  • Die zuletzt geringe Anzahl neu geschaffener Jobs bestärkt die Fed hingegen in ihrer Nullzinspolitik.
  • Einige Mitglieder des Fed-Direktoriums befürworten eine Reduzierung des Anleihekaufprogramms (Tapering).
  • Die hohen Verbraucherpreise und das robuste Wirtschaftswachstum sprechen für ein Tapering noch in 2021.


Anlageklassen    

Renten

  • Euro-Anleihen bieten angesichts einer gestiegenen Inflation kaum noch eine positive Realverzinsung.
  • Im Zuge der konkreter werdenden Pläne zur Straffung der Geldpolitik sind die Anleiherenditen gestiegen.
  • Die jüngsten Renditeanstiege betrafen insbesondere längere Laufzeiten. Die Zinsstrukturkurve wird steiler.
  • Sollten die EZB-Anleihekäufe gezielter erfolgen, kann es in einigen Anleihesparten zu Kursverlusten kommen.
  • Trotz erster zinstreibender Effekte bleibt das Renditeniveau am Rentenmarkt vorerst sehr niedrig.

Fazit: Die überraschend stark gestiegenen Verbraucherpreise in der Eurozone führten in der EZB zu einem leichten Bröckeln der bisher vertretenen Nullzinspolitik. Ein spürbares Ansteigen der Zinsen ist aufgrund dessen allerdings nicht zu erwarten. Wir rechnen weiter mit geringen Kursverlusten am Rentenmarkt.


Aktien

  • Die aktuelle Wachstumsschwäche in der zweitgrößten Volkswirtschaft China belastet den Aktienmarkt.
  • Renditeanstiege in den USA bringen die Kurse der zinssensiblen hochbewerteten Tech-Werte unter Druck.
  • Insbesondere Aktientitel aus dem verarbeitenden Gewerbe leiden derzeit unter den Lieferengpässen.
  • Mit Zunahme der Marktrisiken wird die beginnende Quartalsberichtssaison der Unternehmen stark beachtet.
  • Aufgrund fehlender Anlagealternativen bleiben Aktien trotz der bestehenden Marktrisiken attraktiv.

Fazit: Steigende Renditen, Lieferengpässe, hohe Rohstoffpreise und Unsicherheiten in China lassen die Aktienmärkte in den USA und Europa seitwärts tendieren. Die anstehenden Geschäftszahlen zu Q3 sowie die wirtschaftlichen Ausblicke der Unternehmen werden über die weitere Kursentwicklung entscheiden.

Rohstoffe

  • Die Preise der Industriemetalle tendieren mit dem Abschwächen der Konjunkturdynamik seitwärts.
  • Die verstärkte Energienachfrage wegen der kommenden Heizsaison führt zu Preisanstiegen bei Öl und Gas.
  • Ein starker US$ und steigende US-Renditen bieten sicherheitsorientierten Anlegern eine Alternative zu Gold.

Fazit: Die in den vergangenen Wochen stark gestiegenen Energiepreise sind inzwischen als wirtschaft- liches Problem zu bewerten. Mit einer Entspannung ist aufgrund der hohen Nachfrage nicht zu rechnen.

Immobilien  

  • Geringe Finanzierungskosten und fehlende Anlagealternativen stützen den Immobilienmarkt.
  • Die an einigen Standorten zuletzt kräftig gestiegenen Immoblienpreise bergen zunehmend Risiken.
  • Einzelhandel, Hotels und Gastronomie sollten sich mit gelockerten Corona-Beschränkungen erholen.

Fazit: Insgesamt bleibt die Lage am Immobilienmarkt aufgrund der geringen Finanzierungskosten stabil.


Disclaimer
Die Publikation ist mit größter Sorgfalt bearbeitet worden. Sie enthält jedoch lediglich unverbindliche Analysen und Prognosen zu den gegenwärtigen und zukünftigen Marktverhältnissen. Die Angaben beruhen auf Quellen, die wir für zuverlässig hallten, für deren Richtigkeit, Vollständigkeit oder Aktualität wir aber keine Gewähr übernehmen können. Sämtliche in dieser Publikation getroffene Angaben dienen der Information.

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