Unsere Sicht auf die Märkte und Anlageklassen

Wirtschaftliches und zinspolitisches Umfeld

Stand: 24.11.2025

zwei kleine silberne Figuren, ein Bär und ein Stier

Unsere Sicht auf die Märkte und Anlageklassen

Wirtschaftliches und zinspolitisches Umfeld

Stand: 24.11.2025

Konjunktur

Europa

  • Das BIP-Wachstum in Q3 bleibt schwach - allerdings unterstützen die Hoffnungen auf hohe staatliche Investitionen.
  • Die aufgrund der US-Zölle mit der EU bestehenden Handelsbeschränkungen wirken sich negativ auf den Export aus.
  • Wirtschaftsexperten sehen wegen handelspolitischer Unsicherheiten einen Rückgang der zukünftigen Investitionen.
  • Die Stimmung der europäischen Unternehmen bleibt verhalten optimistisch und zeigt ein schwaches Wachstum an.
  • Laut der Herbstprognose der EU-Kommission soll das Bruttoinlandsprodukt des Euroraums in 2025 um 1,3 % wachsen.

USA

  • Wegen des Shutdowns fehlen wichtige Wirtschaftsdaten. Die Konjunkturlage ist somit nur eingeschränkt zu beurteilen.
  • Die Stimmung der US-Verbraucher hat sich im November stärker eingetrübt als von Volkswirten erwartet.
  • Das neue Steuer- und Ausgabengesetz „One Big Beautiful Bill Act“ wird sich positiv auf die US-Wirtschaft auswirken.
  • Die verzögert veröffentlichten US-Arbeitsmarktdaten für September zeigen einen soliden Zuwachs von 119.000 Stellen.
  • US-Dienstleistungsunternehmen sehen ihre Zukunft etwas optimistischer. Der Stimmungsindex zeigt ein Wachstum an.

Notenbankpolitik (Zinsentwicklung)

EZB

  • Die Inflation im Euroraum sank im Oktober leicht auf 2,1 %. Sie liegt damit nur knapp über der EZB-Zielmarke von 2%.
  • Erwartungsgemäß hat die Notenbank in ihrer Oktober-Sitzung die Leitzinsen unverändert gelassen.
  • Die EZB hält sich zwar die Möglichkeit zu weiteren Zinsschritten offen, zeigt aktuell jedoch hierzu keine Bereitschaft.
  • Laut der meisten Ratsmitglieder überwiegt der Konjunkturoptimismus die Sorgen über evtl. zu niedrige Inflationsraten.
  • EZB-Chefin Lagarde sieht die Geldpolitik als angemessen, auch wenn die Inflationsaussichten Unsicherheiten bergen.

Fed

  • Das Protokoll zur Fed-Sitzung aus Oktober zeigt keine klare Haltung hinsichtlich einer Zinssenkung im Dezember.
  • Die Anzeichen einer Abschwächung der US-Wirtschaft sprechen für eine Lockerung der Geldpolitik durch die Fed.
  • Die durch den US-Präsidenten umgesetzten Steuersenkungen sowie seine Zollpolitik sorgen jedoch für Inflationsrisiken.
  • Die Verbraucherpreise lagen im September mit 3% deutlich über der angestrebten Zielmarke der US-Notenbank.
  • Die Wahrscheinlichkeit einer weiteren Leitzinssenkung der Fed im Dezember ist aufgrund fehlender Daten gesunken.

Anlageklassen    

Renten

  • Die umfangreichen Investitionsprogramme der Bundesregierung werden das Angebot an Bundesanleihen erhöhen.
  • Auch die großen US-Tech-Konzerne hatten aufgrund ihres hohen Kapitalbedarfes Anleihen in großen Volumen emittiert.
  • Trotz der Tendenz leichter Spreadausweitungen zu Bundesanleihen bleiben jedoch Unternehmensanleihen attraktiver.
  • Die Zinskurvensteilheit bleibt erhalten. Anleihen mit längeren Laufzeitzeiten bieten Zinsvorteile ggü. kurzen Laufzeiten.
  • Mit fallenden Zinsen bei kurzen Laufzeiten ist aufgrund der abwartenden Haltung der EZB vorerst nicht zu rechnen.

Fazit: Der zukünftig zu erwartende hohe staatliche Finanzierungsbedarf wird zu einer starken Zunahme des Ange- botes von Anleihen führen. Wegen der bestehenden Renditevorteile und einer stabilen Wirtschaftsentwicklung bleiben Unternehmensanleihen, insbesondere mit Investmentgrade-Rating, interessant.

Aktien

  • Eine mögliche abwartende Haltung der Fed aufgrund fehlender Konjunkturdaten belastet den US-Aktienmarkt.
  • Die hohen Kurse der Aktienindizes stehen derzeit nicht mit den schwachen Konjunkturprognosen im Einklang.
  • Trotz guter Quartalsberichte der Tech-Konzerne kommen Zweifel an der künftigen Profitabilität hoher KI-Investitionen.
  • Die Stimmung bei den Investoren sowie auch in den Unternehmen hatte sich zuletzt leicht eingetrübt.
  • Die von den USA ausgehende wirtschafts- und geopolitische Unsicherheit lässt Investoren zurückhaltend agieren.

Fazit: Aufgrund der hohen Bewertungen der führenden Indizes in den USA und Europa ist bereits ein starkes Ge- winnwachstum der Unternehmen eingepreist und birgt das Risiko von Enttäuschungen. Erste Zweifel der Analysten führten zu Gewinnmitnahmen der Anleger. Das Potenzial an den Aktienmärkten sollte vorerst begrenzt bleiben.

    

Rohstoffe

  • Die erhöhten Förderquoten der OPEC sowie eine geringe globale Nachfrage setzen den Ölpreis unter Druck.
  • Durch den bestehenden Handelsstreit (USA / China / Europa) sind die Preise der Industrierohstoffe gestiegen.
  • Wegen der Unsicherheiten in der Handelspolitik und den geopolitischen Risiken bleibt der Goldpreis auf hohem Niveau.

Fazit: Mit der erhöhten Unsicherheit an den Finanzmärkten bleibt die Funktion des Goldes als "sicherer Hafen" trotz der Preis-Rally erhalten. Der Ölpreis ist durch den aktuellen Angebotsüberschuss weiterhin unter Druck. Durch die Abhängigkeit von China bleiben die Preise verschiedener industriell benötigter Rohstoffe volatil.

Immobilien 

  • Wohnimmobilien: Die hohe Nachfrage in Ballungsräumen und eine niedrige Neubau-Fertigstellung stützen die Preise.
  • Die Situation bei Büroimmobilien bleibt angespannt. Lediglich Top-Lagen profitieren von einer guten Mieternachfrage.
  • Der Immobilienmarkt hat sich stabilisiert. Somit ist zukünftig wieder von einer soliden Ertragsentwicklung auszugehen.

Fazit: Nach den in 2024 gestiegenen Transaktionen scheint der Immobilienmarkt seine Bodenbildung vollendet zu haben. Die erfolgten Zinssenkungen der EZB haben zudem unterstützt. Offene Immobilienfonds sind als solide Sachwerte in Zeiten volatiler Finanzmärkte trotz relativ niedriger Renditen ein Stabilitätsfaktor im Anlageportfolio.

Legende für die andernorts eingesetzten Pfeilsymbole; "stark negativ" - ein senkrecht nach unten zeigender roter Pfeil, "negativ" - ein nach rechts unten zeigender roter Pfeil, "neutral" - ein nach rechts zeigender gelber Pfeil, "positiv" - ein nach rechts oben zeigender grüner Pfeil, "stark positiv" - ein senkrecht nach oben zeigender grüner Pfeil

Disclaimer
Die Publikation ist mit größter Sorgfalt bearbeitet worden. Sie enthält jedoch lediglich unverbindliche Analysen und Prognosen zu den gegenwärtigen und zukünftigen Marktverhältnissen. Die Angaben beruhen auf Quellen, die wir für zuverlässig halten, für deren Richtigkeit, Vollständigkeit oder Aktualität wir aber keine Gewähr übernehmen können. Sämtliche in dieser Publikation getroffene Angaben dienen der Information.

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