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Unsere Sicht auf die Märkte und Anlageklassen

Wirtschaftliches und zinspolitisches Umfeld

Stand: 18.01.2020

Unsere Sicht auf die Märkte und Anlageklassen

Wirtschaftliches und zinspolitisches Umfeld

Stand: 18.01.2020

Konjunktur

Europa

  • Die neuen harten Corona-Lockdowns sollten vorerst zu negativen BIP-Entwicklungen führen.
  • Die beginnenden Impfungen versprechen im Jahresverlauf eine Normalisierung der Wirtschaft.
  • Die EU hat mit Großbritannien ein Handelsabkommen vereinbart. Ein harter Brexit wurde vermieden.
  • Die Stimmung in den Unternehmen der Eurozone bleibt wegen steigender Infektionszahlen verhalten.
  • Der DIW senkt die Prognose für das Wirtschaftswachstum der Eurozone auf 3,5% für 2021.

USA

  • Die Demokraten gewinnen die Mehrheit im Senat. Damit sind hohe Wirtschaftshilfen zu erwarten.
  • Die Arbeitsmarktzahlen für Dezember enttäuschten und zeigen die negativen Folgen der Pandemie.
  • Mit dem neuen Präsidenten Joe Biden ist eine schnellere Überwindung der Corona-Krise zu erwarten.
  • Behörden befürchten Unruhen enttäuschter Trump-Anhänger, die wirtschaftliche Risiken darstellen.

Notenbankpolitik (Zinsentwicklung)

EZB

  • Günstige EZB-Refinanzierungsangebote befähigen Banken, die erhöhte Kreditnachfrage zu erfüllen.
  • Die EZB verlängert das Anleihenkaufprogramm bis 03/2021 und erhöht das Volumen um 500 Mrd. Euro.
  • Die steigende Verschuldung der Staaten und Firmen bedingt eine Fortführung der Nullzinspolitik.
  • Wegen stark gestiegener Corona-Infektionen bewertet die EZB die Wirtschaftsentwicklung kritisch.
  • Die niedrige Inflationsrate von -0,3 % ist ein weiterer Grund für die extrem expansive EZB-Geldpolitik.


Fed

  • Zur Stützung der Konjunktur soll die volle Bandbreite geldpolitischer Instrumente genutzt werden.
  • Fed-Chef Powell stellt wegen des schwachen Arbeitsmarktes auf Jahre niedrige Zinsen in Aussicht.
  • Die Ausrichtung der Geldpolitik strebt eine maximale Beschäftigung und Ø-Inflationsrate von 2% an.
  • Trotz sehr optimistischer Konjunkturprognosen hält die Fed an der expansiven Geldpolitik fest.


Anlageklassen    

Renten

  • Die aktuellen Renditen der Euro- und USD-Anleihen bieten derzeit kaum attraktive Anlagechancen.
  • Die Emissionen von Bankanleihen haben sich wegen günstiger EZB-Zinstender deutlich verringert.
  • Die Risikoaufschläge in den Renditen von Firmenbonds bleiben trotz der Konjunkturschwäche gering.
  • Die immensen EZB-Käufe von Anleihen mit guter Bonität halten das Euro-Zinsniveau niedrig.

Fazit: Das Liquiditätsangebot der Staaten und Notenbanken verhindert trotz des hohen krisenbedingten Kapitalbedarfs steigende Renditen. Wir rechnen weiterhin mit Niedrigzinsen.


Aktien

  • Nach dem Start der Impfungen preisen Investoren schon jetzt eine Normalisierung der Wirtschaft ein.
  • Die Einigung auf neue US-Wirtschaftshilfen und das Handelsabkommen der EU mit GB wirken positiv.
  • Eine schnellere Ausbreitung des Virus aufgrund von ansteckenderen Mutationen verunsichert Anleger.
  • Die Gewinnprognosen der Aktien der Eurozone für 2021 verharren unter dem Niveau von 2019.
  • Die fehlenden Anlagealternativen am Rentenmarkt treiben Investoren in die Aktienmärkte.

Fazit: Die Aussicht auf eine Normalisierung der Konjunktur zum Jahresende stabilisiert die Aktienmärkte trotz des harten Lockdowns. Die Marktentwicklung hängt nun von der Wirksamkeit der Wirtschaftshilfen, der Geschwindigkeit der Impfungen sowie den Folgen des Lockdowns ab.

Rohstoffe

  • Die schleppende Konjunkturerholung wegen der harten Lockdowns ließ Industriemetalle stagnieren.
  • Der Öl-Preis profitiert von den Förderbegrenzungen der OPEC und notiert zuletzt über 55$.
  • Mit der Erholung der Aktienmärkte entwickelte sich das in Krisen bevorzugte Gold zuletzt seitwärts.

Fazit: Industriemetalle sowie das Öl haben im Falle einer globalen Wirtschaftserholung noch Potenzial. Die zurückkehrende Sicherheit am Aktienmarkt schwächt die Goldnachfrage.

Immobilien  

  • Geringe Finanzierungskosten und fehlende Anlagealternativen stützen den Immobilienmarkt.
  • Positive Homeoffice-Erfahrungen wirken sich nachteilig auf die Mietpreise von Büroflächen aus.
  • Ertragseinbrüche im Einzelhandel, Hotel- und Gastronomiegewerbe führen zu Mietausfällen.

Fazit: Insgesamt sollte die Lage an den Immobilienmärkten weiterhin stabil bleiben.


Disclaimer
Die Publikation ist mit größter Sorgfalt bearbeitet worden. Sie enthält jedoch lediglich unverbindliche Analysen und Prognosen zu den gegenwärtigen und zukünftigen Marktverhältnissen. Die Angaben beruhen auf Quellen, die wir für zuverlässig hallten, für deren Richtigkeit, Vollständigkeit oder Aktualität wir aber keine Gewähr übernehmen können. Sämtliche in dieser Publikation getroffene Angaben dienen der Information.

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