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Unsere Sicht auf die Märkte und Anlageklassen

Wirtschaftliches und zinspolitisches Umfeld

Stand: 23.05.2022

Unsere Sicht auf die Märkte und Anlageklassen

Wirtschaftliches und zinspolitisches Umfeld

Stand: 23.05.2022

Konjunktur

Europa

  • Die gegen Russland verhängten Sanktionen werden auch die europäische Konjunktur belasten.
  • Die Corona-Lockdowns in China führen zu Lieferkettenproblemen mit negativen Folgen für die Wirtschaft der EU.
  • Die gestiegenen Energie- und Lebensmittelpreise belasten das Konsumverhalten der Verbraucher.
  • Die wegen der hohen Inflationsraten deutlich gestiegenen Zinsen beeinträchtigen Investitionen der Firmen.
  • Die EU-Kommission hat ihre Prognosen für das BiP-Wachstum der Eurozone in 2022 auf 2,7% gesenkt.

USA

  • Die Belastung der US-Wirtschaft wird durch den Krieg in der Ukraine wesentlich geringer ausfallen als in Europa.
  • Der letzte Arbeitsmarktbericht zeigt nahezu Vollbeschäftigung und die robuste Verfassung der Wirtschaft.
  • Die Lieferkettenproblematik belastet noch immer das produzierende Gewerbe und schmälert das Wachstum.
  • Die mit der stark gestiegenen Inflationrate beschleunigte Straffung der Geldpolitik wirkt konjunkturbremsend.
  • Analysten sehen wegen der drastischen Maßnahmen der Fed mittelfristig ein zunehmendes Rezessionsrisiko.

Notenbankpolitik (Zinsentwicklung)

EZB

  • Mit einer starken Verteuerung der Energie- und Lebensmittelpreise ist die Inflationsrate auf 7,5% gestiegen.
  • Die umfangreichen Netto-Anleihenkäufe durch die EZB sollen voraussichtlich im Juni beendet werden.
  • Die erste Leitzinsanhebung ist aufgrund der sehr hohen Verbraucherpreise nun bereits im Juli geplant.
  • Die bereits erfolgten drastischen Schritte der Fed zur Straffung der Geldpolitik setzen die EZB unter Druck.
  • Zu starke Maßnahmen der EZB zur Senkung der Inflation könnten jedoch das Wirtschaftswachstum gefährden.


Fed

  • Die Entwicklung des Arbeitsmarkts ist sehr zufriedenstellend. Die Fed hat ihr Ziel der Vollbeschäftigung erreicht.
  • Die Inflationsrate von 8,3% veranlasst die Fed, zwei weitere Leitzinsanhebungen von je 0,5% anzukündigen.
  • Ab Anfang Juni soll die Wiederanlage der Anleihebestände in der Fed-Bilanz nur noch zum Teil erfolgen.
  • Die US-Notenbank demonstriert ein energisches Vorgehen gegen die inzwischen sehr hohen Verbraucherpreise.


Anlageklassen    

Renten

  • Im Zuge der beginnenden Straffung der Geldpolitik sind die Anleiherenditen bereits deutlich angestiegen.
  • Anstehende Leitzinsanhebungen der EZB sollten vor allem bei kurzen Laufzeiten zu höheren Renditen führen.
  • Die Marktunsicherheiten können jederzeit wieder eine verstärkte Nachfrage sicherer Staatsanleihen auslösen.
  • Aufgrund der wirtschaftlichen Unsicherheiten bleiben die Risikoaufschläge bonitätsschwacher Anleihen hoch.
  • Trotz gestiegener Renditen bleibt die Realverzinsung angesichts der Inflationsrate von 7,5% stark negativ.

Fazit: Die hohen Inflationsraten drängen die führenden Notenbanken immer stärker zur Straffung ihrer Geldpolitik, um ihrer Aufgabe der Wahrung der Preisstabilität gerecht zu werden. Die angekündigten Maßnahmen von Fed und EZB werden bei Anleihen mit mittleren- bis langen Laufzeiten zum Teil bereits eingepreist.

 

Aktien

  • Der Krieg in der Ukraine wird die Kursentwicklung der Aktien auch noch in den kommenden Monaten belasten.
  • Anleger tendieren angesichts der Marktrisiken zu soliden Aktienwerten mit einem stabilen Geschäftsmodell.
  • Die Stimmungsindikatoren der Unternehmen deuten noch immer auf ein Anhalten des Wachstums hin.
  • Die Gewinnprognosen für europäische Firmen wurden von Analysten zuletzt erhöht und wirken unterstützend.
  • Die kräftig gestiegenen Renditen der Anleihen stellen inzwischen wieder eine Alternative zu Aktienanlagen dar.

Fazit: Die Unsicherheiten bezüglich der Material- und Lieferengpässe, weiter steigende Verbraucherpreise, ein möglicher Lieferstopp von russischem Öl und Gas sowie die kräftig steigenden Zinsen lassen die Investoren zurückhaltend agieren und führen zu erhöhten Kursschwankungen an den Aktienmärkten.

Rohstoffe

  • Die Preise der Industriemetalle sollten bei anhaltend starker Nachfrage zukünftig auf hohem Niveau verbleiben.
  • Mit dem zu erwartenden Stopp der Öl- und Gaslieferungen Russlands können die Energiepreise weiter steigen.
  • Der Goldpreis würde bei einer weiteren Verschärfung der Krise in seiner Funktion als sicherer Hafen profitieren.

Fazit: Die Wahrscheinlichkeit eines Stopps der Energielieferungen aus Russland ist mit den verhängten Sanktionen deutlich gestiegen und würde zu starken Preissteigerungen führen. Mit der angekündigten forcierten Umstellung auf erneuerbare Energien bleibt die Nachfrage bestimmter Industriemetalle hoch.


Immobilien  

  • Aufgrund inflationsindexierter Mietverträge bleiben Sachwertinvestitionen in Immobilien interessant.
  • Die gestiegenen Finanzierungskosten sollten sich zukünftig negativ auf die Immobilienpreise auswirken.
  • Einzelhandel, Hotels und Gastronomie profitieren vom weitgehenden Wegfall der Corona-Beschränkungen.

Fazit: Insgesamt bleibt die Lage am Immobilienmarkt aufgrund der geringen Finanzierungskosten stabil.


Disclaimer
Die Publikation ist mit größter Sorgfalt bearbeitet worden. Sie enthält jedoch lediglich unverbindliche Analysen und Prognosen zu den gegenwärtigen und zukünftigen Marktverhältnissen. Die Angaben beruhen auf Quellen, die wir für zuverlässig hallten, für deren Richtigkeit, Vollständigkeit oder Aktualität wir aber keine Gewähr übernehmen können. Sämtliche in dieser Publikation getroffene Angaben dienen der Information.

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