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Ratgeber: Vorsorgevollmacht

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In vertrauensvolle Hände gelegt


Bestimmen Sie selbst, wer Sie im Notfall vertritt. Lesen Sie hier welche Vorteile eine Vorsorgevollmacht mit sich bringt und worauf Sie bei der Erteilung achten sollten, damit Ihre Interessen gewahrt werden.

Der Gedanke daran, plötzlich die Geschäftsfähigkeit zu verlieren oder hilfsbedürftig zu werden, kann ein Gefühl von Ohnmacht und Unsicherheit auslösen. Mit einer Vorsorgevollmacht können frühzeitig Regelungen getroffen werden, sodass die finanziellen und persönlichen Angelegenheiten von einer oder mehreren vertrauten Personen übernommen werden können.

Unfall, Schlaganfall oder Demenzerkrankung: Schicksalsschläge und Krankheiten wie diese können von einem Moment auf den anderen dazu führen, dass jemand nicht mehr selbst Entscheidungen treffen kann. Doch wer entscheidet dann in meinem Sinne und zu meinem Besten – sowohl in finanziellen als auch in persönlichen Angelegenheiten? „Weder Freunde noch Angehörige haben ohne spezielle Vollmacht das Recht, in derartigen Situationen stellvertretend zu entscheiden“, betont Erik Diefenbach, Leiter Private Banking Region Main-Taunus. Ohne eine entsprechende Vollmacht bestellt das Betreuungsgericht auf Antrag einen gesetzlichen Betreuer – und das muss kein Angehöriger sein.

Vorteile einer Vorsorgevollmacht

Mit einer Vorsorgevollmacht lassen sich frühzeitig Vorkehrungen treffen, die eine gerichtlich angeordnete Betreuung vermeidet. Auf diese Weise kann jeder selbst eindeutig bestimmen, welche Vertrauensperson im Notfall über welche Belange wie entscheiden darf. Eine sinnvolle Ergänzung kann eine Patientenverfügung sein.

„Durch eine rechtlich einwandfrei formulierte Vollmacht erhält die beauftragte Person unbürokratisch und ohne umständliche gerichtliche Verfahren die gleichen Rechte und Möglichkeiten wie der vom Gericht bestellte rechtliche Betreuer“, hebt Erik Diefenbach hervor. Im Gegensatz zu einer Betreuungsverfügung, kann die oder der Bevollmächtigte sofort handeln.

Die Beauftragung gilt in dem Rahmen und für die Bereiche, wie vom Verfasser bestimmt. So kann sie, wenn vom Vollmachtgeber gewünscht, bereits vor der Hilfsbedürftigkeit zum Tragen kommen oder auch über den Tod hinaus Geltung haben. Dazu sollten jedoch klare Regelungen getroffen werden. So kann die Gültigkeit der Vollmacht auch an das Vorliegen einer ärztlich attestierten Handlungsunfähigkeit geknüpft werden. Ein Widerruf oder Änderungen sind jederzeit möglich.

Vollmacht richtig erteilen

Die Vollmacht muss schriftlich erstellt und der Bevollmächtigte darin genannt werden. Bezeichnet wird der Bevollmächtigte am besten mit Vor- und Zunamen, Adresse und Geburtsdatum. Regelungen sind für folgende Bereiche möglich: Vermögensverwaltung, Rechtsgeschäfte in Vermögensangelegenheiten, Gesundheitssorge, Pflegebedürftigkeit, Aufenthalt- und Wohnungsangelegenheiten, Post- und Fernmeldeverkehr, Behörden und Todesfall. Gegenüber der Naspa können Sie die Vollmachten separat regeln und somit den reibungslosen Ablauf der Bankgeschäfte sicherstellen. Ihr Private Banking-Berater hilft Ihnen gern weiter.

Für Grundstücks- und Unternehmensgeschäfte sowie eine Darlehensaufnahme ist die notarielle Beurkundung der Vollmacht zwingend. Für Bankgeschäfte ist das Hinterlegen einer Bankvollmacht ausreichend. Rechtsgeschäfte wie eine Eheschließung oder Testamentserrichtung können hingegen nicht übertragen werden.

Alles geregelt?

Um sich einen ersten Überblick zu verschaffen, gibt es bei der Naspa „Das Alles-geregelt-Buch“ mit hilfreichen Formularen und Checklisten für die individuelle Vorsorge.

„Wir empfehlen die Beratung durch einen Rechtsanwalt oder Notar, damit ein individuelles Sicherheitspaket konkretisiert und erstellt werden kann. Sollten bereits Vorkehrungen für den Ernstfall getroffen worden sein, empfiehlt sich eine regelmäßige Überprüfung“, unterstreicht Erik Diefenbach.

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