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Langlebigkeit: 7 Jahre länger!
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Langes Leben: (k)ein Risiko?

„Jeder möchte lange leben, aber keiner will alt werden.“ An dem Wunsch, wie ihn Jonathan Swift im 18. Jahrhundert beschrieben hat, hat sich bis heute nichts geändert. Die meisten Menschen wünschen sich ein möglichst langes, vor allem gesundes und autarkes Leben. Und tatsächlich: Gewachsener Wohlstand, medizinische Fortschritte und ein hoher Lebensstandard haben dafür gesorgt, dass die Lebenserwartung bis heute beachtlich gestiegen ist.  

Wurden die Menschen 1870 rund 40 Jahre alt, waren es 1970 mit 80 Jahren bereits doppelt so viele. Im Schnitt steigt die Lebenserwartung jedes Jahrzehnt um 2,5 Jahre. Aktuell gehen Forscher davon aus, dass 2017 Geborene durchschnittlich älter als 90 Jahre werden könnten, wenn sich der Trend zu einem immer längeren Leben fortsetzt.* Mit stets neuen Erkenntnissen über Zusammenhänge des menschlichen Alterns und der technischen Möglichkeiten scheint dieser durchaus denkbar.

Langlebigkeit: 7 Jahre länger!

Interessanterweise schätzen die Menschen selbst ihre Lebenserwartung niedriger ein: und zwar im Schnitt um 7 Jahre.** Es wird vermutet, dass dies damit zusammenhängt, dass man bei der eigenen Lebenserwartung an die Generation der Eltern und Großeltern denkt. Ausgehend von 2,5 Jahren längerer Lebenszeit pro Jahrzehnt und davon, dass eine Generation etwa 30 Jahre ausmacht, sind es gute 7 Jahre, die jede Generation länger lebt, als sie es selbst bewertet. Diese Einschätzung kann gleichzeitig ein Risiko bergen: Der Bedarf an Altersvorsorge respektive, wie viel Geld man im Ruhestand  braucht, wird unterschätzt.

„Selbst wenn das Vermögen gesichert scheint, kann es dennoch zu Einkommenslücken im Ruhestand kommen oder das augenblicklich benötigte Kapital ist nicht unmittelbar verfügbar“, erklärt Andreas Bloch, Leiter Private Banking der Region Montabaur/Westerburg.

Eine höhere Lebenserwartung verspricht auch eine längere Zeit im Ruhestand – zumindest nach der aktuellen Regelaltersgrenze. Die liegt bei später als 1964 Geborenen bei 67 Jahren. Das heißt, eine beispielsweise 1973 geborene Frau, die 2040 in Pension gehen wird, hat nach der optimistischsten Prognose des Statistischen Bundesamtes noch knapp 23 Jahre, ihren Lebensabend zu genießen. Auf ihre Tochter, beispielsweise Jahrgang 2000, werden bei Rentenbeginn 2067 etwa 25 Jahre zukommen.

„Gerade wenn die berufliche Karriere oder Familienplanung beginnt, kommt das Thema Altersvorsorge meist zu kurz – sind es doch noch so viele Jahre bis dahin und stehen doch andere Themen wie beruflicher Erfolg, Eigenheim oder Kinder im Fokus“, ergänzt Andreas Bloch.

Behavioral Finance: Psychologie der Anleger

Ob auf der Karriereleiter ganz oben, liquides Kapital ertragreich gestreut oder auf dem Kapitalmarkt langjährig erfahren: Entscheiden Menschen rein aus positiv und negativ Erlebtem? Genau das untersuchen die Forscher der Behavioral Finance: das irrationale Verhalten der Anleger, das vor allem durch Emotionen und Erfahrungen beeinflusst wird. Die Forschungsmethode setzt auf Erkenntnisse der Psychologie und verbindet diese mit dem Geschehen auf den Finanzmärkten. Festgestellt wurde, dass bestimmte Verhaltensmuster bei der (richtigen) Allokation von Vermögenswerten ebenso im Wege stehen können wie bei der langfristigen Altersvorsorge.

Gerade das Langlebigkeitsrisiko macht das Vermögensmanagement im Rahmen der Ruhestandsplanung komplex. Neben der Beurteilung und Auswahl der Assetklassen und der Bewertung der Lebensdauer beeinflussen nach der Behavioral-Finance-Theorie verschiedene psychologische Fallen die Entscheidungsfindung. Zwei Beispiele dazu:

Das Herdenverhalten (Herding)

Investieren in das, was auf dem Markt gut gelaufen ist und am Mainstream orientieren? Oder gegen den Strom schwimmen? Den meisten Menschen fällt es auch auf dem Finanzmarkt leichter, einer vorherrschenden Meinung zu folgen. Wie das Beispiel der Volksaktie „Telekom“ gezeigt hat: Es war „in“ sich an dieser Investition zu beteiligen. Grundsätzlich gilt, dass sich die meisten Menschen besser fühlen, wenn sie in ihren Meinungen und Handlungen durch möglichst viele Personen bestärkt werden. Im Vergleich hierzu finden Entscheidungen zur Ruhestandplanung eher weniger Bestätigung, da sich weniger Menschen mit dem Thema auseinandersetzen.

Die Verlustaversion (Loss Aversion)

Was wiegt im Gesamtgewicht schwerer: erlebte Verluste oder vergleichbare Gewinne? Verluste –und zwar erleben die Menschen sie doppelt so intensiv! Typisches Verhalten in der Folge: Verluste vermeiden, statt Gewinnchancen zu nutzen. Bei der Altersvorsorge bzw. Ruhestandsplanung können gerade vergangene negative Anlageerfahrungen die eigene Offenheit gegenüber den verschiedenen (attraktiven) Assetklassen behindern. Gerade in Niedrigzinsphasen kann dies zu finanziellen Herausforderungen führen.

Dies sind nur zwei Beispiele von zahlreichen Verhaltensmustern, die in Studien nachgewiesen werden konnten. Mögen sie evolutionshistorisch als Überlebensstrategien gelten, können sie heute bei der Anlagestrategie im Wege stehen. „Es gibt einige Verhaltensmuster, die so tief in uns verankert sind, dass man sie selbst nur schwer erkennen kann. Ein begleitender Prozess kann jedoch bei der Findung des idealen Lösungsansatzes unterstützen“, erklärt Bloch.

Bei Ihrer individuellen Ruhestandsplanung begleitet Sie Ihr Private Banking-Berater der Naspa kompetent und lösungsorientiert.

*Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung Nr. 212 vom 23.06.2017,: www.destatis.de/DE/PresseService/Presse/Pressemitteilungen/2017/06/PD17_212_12621.html,  Abruf 2/18
**Munich Center for the Economics of Aging (MEA); MEA Discussion Paper 14-2012, www.mea.mpisoc.mpg.de/uploads/user_mea_discussionpapers/1359_14-2012.pdf,  Abruf 2/18

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